Schadensersatz gegen Deutsche Bank: Verjährung droht!

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Neues aus dem Bank- und Kapitalmarktrecht, Neuigkeiten

Etwa 6.000 geschädigte Anleger könnten ihre Einlagen von der Deutschen Bank zurückfordern. Doch die Verjährung ihrer Ansprüche droht!

 

Zum Hintergrund:

Im Herbst 2007 vermittelte die Deutsche Bank AG  Beteiligungen an der Dritte Patentportfolio Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG an über 6.000 Anleger. Hierzu unterzeichneten die Anleger eine Beitrittsvereinbarung. Die Beteiligung erreichte eine stattliches Investitionsvolumen in Höhe von 130.330.000 €. Die Verwaltung der Beteiligung erfolgte über die NEUNZEHNTE PAXAS Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft mbH als Treuhänderin. Die Einlage floss in den geschlossenen Fonds PatentPortfolio I. Mittlerweile ist die Fondsgesellschaft insolvent. Die Einlage erscheint verloren.

Was die Anleger allerdings nicht wussten: die Deutsche Bank erhielt für die Vermittlung der Beteiligung eine Provision in Höhe von mindestens 11 Prozent. Die sogenannte Rückvergütung stammte aus der Einlage. Hierüber wurden die Anleger nicht aufgeklärt. Der Bundesgerichtshof hat bereits 2006 entschieden, dass Banken bzw. deren Mitarbeiter im Rahmen der Anlageberatung darüber aufklären müssen, ob und in welcher Höhe Provisionen an sie fließen (sogenannte „Kickback“-Rechtsprechung). Die Aufklärung über die Vergütung der Bank ist jedoch notwendig. Nur so kann der Anlager abschätzen, ob die Empfehlung der Bank zu einer bestimmten Anlage nur wegen ihres zu erwartenden Profits erfolgt.

 

Unsere Empfehlung:

Anleger können bei fehlender Aufklärung über die Vergütung der Bank Schadensersatz in Höhe ihrer Einlage fordern, Zug gegen Übertragung der Beteiligungsrechte. Aufgrund der taggenauen zehnjährigen Verjährungsfrist ab dem Zeitpunkt der Beratung sollten Anlager schnell aktiv werden. Die Verjährung kann nur durch die Klageerhebung oder einen Verzicht der Bank auf die Einrede der Verjährung gehemmt werden.

Kristin Kondziella, Rechtsanwältin