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Saalesparkasse kündigt Sparverträge – Infoveranstaltung in Halle (Saale)

Ganz aktuell erreichen das bankrechtliche Dezernat unserer Kanzlei eine Vielzahl von Anfragen in Bezug auf die Vertretung von Kunden der Saalesparkasse (u.a. Filialen in Halle, Saalkreis, Merseburg, Bad Lauchstädt, Bad Dürrenberg und Braunsbedra), denen Sparverträge bzw. Anlagen mit besonders hohen Renditen („Prämiensparen Flexibel“) mit eigentlich längerer Laufzeit (25 und mehr Jahren) gekündigt wurden.

Unsere rechtliche Einschätzung:

Das Thema ist nicht gänzlich neu – bereits in 2016 und 2017 haben einige andere Kreditinstitute wie die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld sowie die Sparkassen Leipzig, Zwickau und Stendal vergleichbare Verträge gekündigt. Wir hatten auch in diesen Fällen verschiedene Mandate außergerichtlich und gerichtlich betreut. Erstmals geschieht dies nun auch bei der Saalesparkasse. Die Kunden der Saalesparkasse fühlen sich von der Vorgehensweise ihres Kreditinstituts massiv getäuscht. Immerhin wurde das Produkt bei Vertragsschluss in den Werbeflyern mit einer Laufzeit „von bis zu 25 Jahren“ insbesondere anhand einer Beispielrechnung beworben. Teilweise wurden Verträge sogar mit einer Laufzeit von 99 Jahren abgeschlossen. Unsere Mandanten haben auf diese Laufzeit vertraut und sind zu Zeiten, als bessere Anlagemöglichkeiten zur Verfügung standen, bei der Saalesparkasse geblieben. Die juristisch relevante Frage ist: Handelt es sich dabei um eine Mindestlaufzeit, vor deren Ablauf eine Kündigung unwirksam ist? Diese Frage wird letzten Endes nur gerichtlich zu beantworten sein.

Einladung zu unserer Informationsveranstaltung!

Wir planen in Kürze eine kostenfreie Informationsveranstaltung für betroffene Sparkassenkunden. Dort wollen wir unter anderem die derzeitige Rechtslage anhand der bisherigen Rechtsprechung erläutern sowie Handlungsempfehlungen aussprechen. Zeit und Ort der Veranstaltung werden noch zeitnah bekannt gegeben. Um uns eine bessere Planung zu ermöglichen, nehmen wir Ihre erforderliche Anmeldungen schon jetzt unter kontakt@steinpichler.de entgegen.

Gern prüfen wir im Rahmen einer anschließenden Beratung Ihre Verträge. Bitte bringen Sie hierzu folgende Unterlagen mit:

  •  den Sparvertrag nebst Vertragsbedingungen und ggf. Werbeflyer
  • ggf. ein Gedächtnisprotokoll eines Beratungsgesprächs bei der Sparkasse
  • das Kündigungsschreiben der Saalesparkasse
  • den letzten Kontoauszug des Sparvertrages, aus dem sich das bislang angesparte Guthaben und die letzten Sparraten ergeben

Andreas Freitag, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kaptalmarktrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht

Kristin Kondziella, Rechtsanwältin